Erbeskopfmarathon 2017 – MTB

Erbeskopfmarathon 2017 – MTB

oder: es geht auch mal wieder bei schönem Wetter und ein bischen noch vom Ultra Bike.

Vor dem Start

Warum Thalfang und der Erbeskopfmarathon?

Zum einen ist es quasi mein 2. Heimrennen. Ich wohne in Freiburg im Breisgau und der Ultra Bike in Kirchkarten ist also geographisch gesehen mein Heimrennen. Geboren in Trier und aufgewachsen 10km von Thalfang entfernt, kann man also es als 2. Heimrennen durchgehen lassen. Beide gehören auf ihre Art zu meinen Lieblingsrennen, wobei wenn ich wählen müsste, ich mich wohl für Thalfang und den Erbeskopfmarathon entscheiden würde. Grund – der Trails wegen 🙂

Wenn man den Ultra Bike und den Erbeskopfmarathon vergleicht sind die Unterschiede vielfältig:

  • 4500 Starter gegen max. 1000 in Thalfang
  • nahezu vollständig über Forstautobahnen in Kirchzarten bieten einen sehr schnellen Wettkampf; der Erbeskopfmarathon ist einer der wenigen Veranstaltungen in Deutschland wo grosse Teile der Strecke über Singletrails führen
  • Kirchzarten bietet kalkulierbare lange Ansteige während in Thalfang ein Sägezahnprofil sehr an den Kräften zehrt
  • Professionelle ehrenamtliche Organisation einer haftungsbeschränkten Gesellschaft beim Ultra Bike gegen Ehrenamtliche Organisation eines kleinen Sportvereines
  • Grossveranstaltung gegen sehr familiäres MTB Fest

Was aber beide Rennen gleich haben sind

  • die Leidenschaft der Veranstalter und somit eine sehr hohe Motivation den Starten einen „grossartigen“ Tag zu bieten
  • eine Vielzahl an ehrenamtlichen Helfern die das Rennen für die Starter zu einem perfekten Erlebnis machen
  • Strecken die Spass machen und fordern

Die Listen könnten man wahrscheinlich beliebig lange fortsetzen. Fazit: Beide Marathon sind top und jeder für sich ein Erlebnis und einen Start wert. Wer also 2018 dabei sein will, hier die Links zu den Webseiten:

Ultra Bike = http://www.ultra-bike.de

Erbeskopfmarathon = http://www.erbeskopfmarathon.de

Warum also? Trails, schöne Strecke, perfekte Organisation und ermöglichen einen Besuch zuhause.

Erbeskopfmarathon Start

Von Zielen und dem Ziel

Bei mir ist es so, dass ich mir immer ein Ziel setze. All die verganenen Jahre mit eher massivem Trainingsrückstand war mein erstes Ziel immer ins Ziel zu kommen, nicht letzter zu werden und bei schönem Wetter einmal in die vordere Hälfte der Ergebnisliste zu fahren. Ein DNF hatte ich noch nie, letzter wurde ich auch noch nie und ich glaube ich hab es auch schon 1 oder 2 mal in die erste Hälfte geschafft. Je nach Wetter (ich bin bei +30°C am schnellsten!) war ich auch schneller als im Vorjahr.

Dieses Jahr ist geprägt von einem Triathlon Trainingsplan seit November letzten Jahres. Ehrlicherweise muss ich sagen, das mein Radtraining allerdings eher hinter dem Lauftraining stand, da zum einen mir der Winter zu kalt war und zum anderen ich beim Laufen den meisten Aufholbedarf hatte.

Da es keinen eigenen Artikel zum Ultra Bike gab, hier die Zielzeit für die Power Track Strecke: 4:26:38 Stunden für 89km und 2200hm. Das ist der 27. Platz in der Altersgruppe Senioren 2 von 86 Klassifizierten. All Over Herren – Platz 101 von 287. Zumindest in der AK ist das vorderes Drittel. Mein Ziel vorher war unter 4:30 Stunden zu bleiben – erreicht. Sehr schöner Tag, wenn man bedenkt das die Vorjahreszeit (5:09:08 Std.) um über 30 Minuten unterboten wurde.

Ziel für den Erbeskopfmarathon war unter 3:30 Stunden zu bleiben. Zu fahren sind 63km und 1700hm, so die Aussage der Veranstalter. Das Ergebnis ist der 20. Platz in der AK Senioren 2 von 74 Klassifizierten. All Over ist es dann Platz 85 von 249. Auch hier konnte ich in der AK in das erste Drittel fahren.
Trotzdem war ich im Ziel sauer über meine Leistung. Zielzeit war 3:39:46 Stunden, also über 9 Minuten langsamer als das persönliche Ziel. Bei Twitter meinte jemand: „Wir verlangen auch manchmal zu viel von uns“. Stimmt.

Mit Blick in die Ergebnisliste bin ich sehr zufrieden und die 3:30 knacke ich auch noch 😉

Erbeskopfmarathon

Zum Rennen

Ich möchte auch noch etwas über das Rennen allgemein schreiben. Es ging wie immer zügig los.

Ich bin ja immer noch der Meinung, das die ersten 500m eines MTB Marathon die wichtigsten, wenn nicht Rennentscheidend sind. Das Anfangstempo der meisten Teilnehmer suggeriert zumindest das.

Nach dem Startloop und der kleinen Runde wieder im Start/Ziel Bereich ging es dann auf die Strecke. Mit meinem Ziel im Kopf bin ich sowohl den Startloop als auch die lange gerade aus dem Stadion raus sehr zügig gefahren. Gefühlt war ich noch nie so schnell wieder zurück im Stadion.

Die seit letztem Jahr (vielleicht auch schon seit 3 Jahren, aber 2015 musste ich Materialbedingt auf die kleine Strecke ummelden) veränderte Strecke führt also nicht mehr über Dhronecken und den unsäglich steilen Uphill Richtung Hilscheid, den ich übrigens noch nie komplett fahren konnte sondern direkt in den Bäscher Backofen. Wie schon gesagt, Hitze ist genau mein Ding, also macht mir der Uphill hier nichts aus, und für mich ging es zügig voran.

Da ich mit Streckenkenntniss ausgestattet bin, war schliesslich dann auch schon die 8. Teilnahme, wusste ich genau was auf mich zukommt und wurde überrascht. Nach der 2. Verpflegung ging es dann in den „neuen“ Uphill und nun dieses Jahr neu auf einem technisch anspruchsvollen, achterbahnartigem Trail wieder hinab. Das letzte Steilstück war dann dieses Jahr für mich zu steil, der Kopf wollte nicht, also schieben. Die 10m waren dann aber auch die einzigen. Gepaart mit einem Schaltfehler im Trail Uphill musste ich hier locker 10 Fahrer an mir vorbeilassen.
Diese konnte ich dann auf den beiden folgenden Auffahrten zum Erbeskopf fast alle wieder einsammeln.

Am Erbeskopf angekommen ging es die Skipiste runter. Auf der Hälfte sah man einen Krankenwagen und wurde nach rechts geleitet. Ich dachte erst noch, ok, ist wohl doch zu anspruchsvoll und man lässt die Teilnehmer das letzte Stück Teerstrasse fahren. Weit gefehlt. Leider gab es hier wohl einen Unfall und es war eine Notumleitung. Ich weiss nicht wer gestürzt und was passiert ist, wünsche aber an dieser Stelle alles Gute. Und Entschuldigung an den Feuerwehrmann unten dem ich noch zugerufen habe „warum ist denn hier nichts ausgeschildert, verdammt“. Nachdem klar war, es gab einen Unfall, ist das alles zu entschuldigen.

Hier danke am meine Eltern und meine Tochter Maike, die mir am Verpflegungspunkt Erbeskopf 2 neue Flaschen geben konnten. Also weiter. In den Wald wie gewohnt, dann aber nicht wie die letzten Jahre auf der Teerstrasse vor bis zur Bundesstrasse, sondern auf einem Trail weiter durch den Wald. Sehr schön 🙂

Das jetzt folgende Stück Strecke, tendenziell bergab bis zum tiefsten Punkt des Rennens sollte man zur Nahrungsaufnahme und Erholung nutzen. Hab ich versucht und gemacht, bis zu dem Punkt, als ich den letzten mir noch fehlenden Fahrer entdeckte, der mich während meines unfreiwilligen Schaltfehler – Halt im Trail überholt hatte. Also versucht dran zu bleiben.
Beim nun folgenden bekannten auf und ab und der landschaftlich sehr schönen Auffahrt am Bach entlang konnte ich tatsächlich bis auf 20 oder 30m an den Fahrer ran fahren. Auch sammelte ich hier noch 2, 3 andere Fahrer ein, die mir aufgrund markanter Trikots im Gedächtnis geblieben sind. Ging also immer noch gut mit den Muskeln und der Kondition.

An der letzen Verpflegungsstelle in Deuselbach hab ich dann nach einer Uhrzeit gefragt. Die Antwort „halb zwei“ hat mich dann fast getötet. Die 3:30 waren um und ich hatte noch ca. 8 oder 9 km vor mir. Auf der Uhr rum gedrückt, und 2:24 Std. Gesehen. Ok, es war noch nicht ganz halb zwei aber das Ziel nicht mehr erreichbar. Hätte ich nicht gefragt und hätte ich nicht geschaut. War Mental eine Katastrophe. Da aber immer noch der angesprochene Fahrer vor mir war, ging es also weiter und ich konnte ihn kurz vor dem letzten Anstieg auf der Abfahrt überholen. Er fuhr dann aber am letzten Anstieg kurz vor Bäsch wieder vorbei. Hier hatte ich dann Angst einen Krampf zu bekommen und hab Tempo rausgenommen. Er war aus dem Blickfeld, ihn konnte ich nicht mehr einsammeln und die 3:30 waren auch Geschichte.

Ich fuhr dann ziemlich angesäuert ins Ziel. War völlig enttäuscht das 3:39 auf der Uhr standen und hatte das Gefühl so langsam wie noch nie gefahren zu sein.

Erbeskopfmarathon Ziel

Fazit

Ja es war ein toller Wettkampf, ein tolles Ergebnis für mich und ja, Training bringt was.

Bis nächstes Jahr am Erbeskopf – dann wohl auf der Langdistanz.

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